80 Jahre Hotel Huber

... Im Auftrag der Generalpostmeisterei richtete seinerzeit die Familie Hirschauer in Germering eine Poststation ein, schuf Unterkunft für Mann Ross und Wagen. Als Relaisstation erhielt Germering ihre besondere Bedeutung dadurch dass sich hier die Straßen nach Landsberg und Augsburg trennten.

1903 erhielt die Poststation Hirschauer eine neue und weitere Bedeutung, weil – als Folge der von Johan Ulrich Himbsel schon 1854 initiierten Ammerse-Dampfschifffahrt die Eisenbahnlinie nach Herrsching entstand und 1904 in den Diesnst gestellt wurde. Seit 1904 – also seit 80 Jahren ist die Gaststätte auch Bahnhofsrestauration. Ganz zwangsläufig wuchs der Gasthof in die Rolle eines Bahnhofshotels hinein. Gleichzeitig mit der neuen Rolle, denen nun die Wirtsleute gerecht werden mussten, schloss man 1904 auch den Bierliefervertrag mit der Münchner Hacker-Pschorr-Brauerei und im Laufe der Jahrzehnte wuchsen Hackerbräu und Gasthof Hirschauer-Huber immer enger zusammen.

1920 ehelichte die Nichte der Posthalterin Veronika Hirschauer, Katharina, den Gastwirt Josef Huber und damit begann für die Bahnhofsgaststätte eine neue Ära. Während es sich 1936 zwar um einen gediegenen, aber doch eher einfachen Betrieb handelte, änderte sich jetzt alles gründlich. Aus der Gaststätte mit Nebenzimmer wurde nun ein beliebter Treffpunkt, als Folge der Geschäftsübernahme durch Josef Huber im Jahre 1920. Im Jahre 1928 schuf Huber den Anbau mit Metzgerei und Laden.

1936 ließ er einen Saal für 250 Gäste anbauen. Aus der Ehe mit Katharina gingen vier Kinder (Therese 1920, Josef 1922, Joan 1925 und Annemarie 1931)

Der erstgeborene Sohn Josef Huber heiratete 1956 die ebenfalls aus einer alten und einflussreichen Wirtsdynastie stammende Anny Mayer. Ein Bonmot lautete damals: Nach dem lex Baijuawariorum ist ein Huber ein halber Maier, Josef Huber wurde nun durch die Heirat mit Anni zum ganzen Mayer aufgewertet".

Josef und Johann heißen die erstgeborenen Zwillinge, zu denen sich 1958 Rudolf gesellte. 1960 wird Josef und Anni Huber das Bahnhofshotel offiziell übergeben. Diese nehmen sofort den neubau einer Metzgerei mit Laden, die Vergrößerung der Gasträume und einen Neubau mit 40 Gästebetten in Angriff. Die Umwandlung in einen Hotelbetrieb war damit perfekt. 1967 entstand noch ein modernes Schlachthaus, das freilich schon 1971 wegen des frühen Todes von Josef Huber geschlossen werden musste. Nach dem Abbruch des Saales, in dem zahlreiche fröhliche Feste stattfanden, entstand noch im gleichen Jahr ein Hotel mit 90 Betten und damit war der Aufstieg zum gehobenen Gastronomiebetrieb vollzogen ...

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